Hausaufgabenkonzept

 

Hausaufgabenkonzept

des Offenen Ganztags der Ludgerischule 

unter Trägerschaft der AWO Münsterland-Recklinghausen

Vorbemerkung

Eine wichtige Schnittstelle zwischen Schule und dem Offenen Ganztag stellen die Hausaufgaben dar. Es bestehen unterschiedliche Ansprüche und Bedürfnisse der Beteiligten (Lehrer/Innen, Eltern, Kinder, OGS-Mitarbeiter/Innen). Deshalb ist es uns wichtig, verschiedene Verantwortungsbereiche klar zu definieren und einen gemeinsamen, für alle transparenten und eindeutigen Konsens zu finden.

1. Rechtliche Grundlage

Im RdErl. des Kultusministeriums NRW vom 02.03.1974 (letztmalig überarbeitet vom Ministerium für Schule u. Weiterbildung NRW am 31.07.2008; vgl. auch Schulgesetz des Landes NRW § 42, Abs. 3) ist der zeitliche Umfang von Hausaufgaben festgelegt:

            1. und 2. Jahrgang: 30 Minuten

            3. und 4. Jahrgang: 45 Minuten

Dieser Zeitrahmen sollte bei konzentrierter Arbeitsweise in der Regel nicht überschritten werden.

2. Ziele der Hausaufgaben und deren Betreuung

Sinnvolle und klug eingesetzte Hausaufgaben haben den Vorteil, dass sie die Lern- und Übungszeit verlängern und die Schülerinnen und Schüler auf diese Weise zur Selbständigkeit anregen.

Durch die Hausaufgaben lernen die Kinder

•  selbständig (möglichst ohne oder mit nur wenig Hilfe)

•  zügig (möglichst ohne Ablenkung)

•  genau (möglichst korrekt, sachlich richtig, sauber, übersichtlich)

•  rücksichtsvoll (leise sein, abwarten können) zu arbeiten

Hausaufgaben fördern zudem auch das Selbstbewusstsein und die Konzentration.

3. Hausaufgabenbetreuung in der OGS

Von Montag bis Donnerstag bietet der Offene Ganztag eine Hausaufgabenbetreuung an. Hier erle­digen die angemeldeten Kinder ihre Hausaufgaben. Wir sind bestrebt, dieses den Kindern zu festen Zeiten, in festen Räumen und mit festen Betreuerinnen zu ermöglichen. Die OGS bietet somit den Rahmen für eine konzentrierte Erledigung der Hausaufgaben. Freitags wird keine Hausaufgaben­betreuung angeboten. Die Hausaufgaben müssen über das Wochenende zu Hause angefertigt werden. Hierdurch erhalten die Eltern einen Überblick über die Leistung ihres Kindes und können nötigenfalls das Gespräch mit der Lehrerin / dem Lehrer / der OGS-Mitarbeiterin / dem -Mitarbeiter suchen.

Die Hausaufgaben können lediglich auf Vollständigkeit überprüft werden. Nach Ablauf der vorgegebenen Zeit und bei Nichtfertigstellung der Hausaufgaben unterzeichnet die anwesende Betreuerin die schon erledigten Hausaufgaben mit Datum und einem Kürzel. Somit wird klarge­stellt, welche Aufgaben in der OGS-Hausaufgabenbetreuung geschafft wurden. Ein mögliches Fehlverhalten eines Schülers oder einer Schülerin wird ebenso unter den Aufgaben vermerkt.

4. Aufgaben

Die Lehrer/Innen …

• … erklären die Hausaufgaben.

• … stellen im Umfang angemessene Hausaufgaben.

• … geben Anleitung zu einer sorgfältigen und übersichtlichen Heftführung.

• … kontrollieren die Hausaufgaben.

Die Betreuer/Innen …

• … sorgen für einen ruhigen Arbeitsplatz und eine positive Lernatmosphäre.

• … geben bei Bedarf zusätzliche Anfangshilfen.

• … achten auf eine sorgfältige und übersichtliche Heftführung.

• … vergewissern sich, ob alle Aufgaben erledigt wurden. In der Regel reicht die mündliche Aussage der Kinder.

• … unterzeichnen bei unvollständigen Hausaufgaben mit Kürzel und Datum und geben eventuell eine Erklärung unter die erstellten Aufgaben.

• … geben bei auffälligen Schwierigkeiten den Eltern und Lehrer/Innen Rückmeldung.

Die Kinder …

• … kennzeichnen und notieren die Hausaufgaben in einem Merkheft.

• … passen bei Erklärungen auf und fragen bei Problemen nach.

• … bemühen sich, zügig, konzentriert und selbständig zu arbeiten.

• … achten auf eine sorgfältige und übersichtliche Heftführung.

• … geben zuverlässig Auskunft, ob sie fertig sind oder nicht.

• … holen nicht erledigte und unvollständige Hausaufgaben nach und zeigen sie unaufgefordert vor.

• … informieren die Eltern über eventuelle Änderungen im Schulalltag.

• … und geben die schriftlichen Informationen sofort an die Eltern weiter.

Die Eltern …

• … sorgen zu Hause für einen ruhigen Arbeitsplatz und eine positive Lernatmosphäre.

• … halten ihre Kinder zu einer sorgfältigen und übersichtlichen Heftführung an.

• … vergewissern sich, dass alle Hausaufgaben erledigt wurden.

• … sorgen dafür, dass nachzuholende oder neu anzufertigende Aufgaben erledigt werden. Sie bestätigen dies durch ihre Unterschrift.

• … halten ihre Kinder an, die Schultasche aufzuräumen (Vollständigkeit der Arbeitsmaterialien, Kontrolle der Postmappe…).

• … unterstützen ihre Kinder bei einer ordentlichen Mappenführung (Mäppchen, Hefte…).

• … beraten gravierende Probleme bei der Hausaufgabenbearbeitung mit den Lehrern/Innen.

• … halten ihre Kinder dazu an, die Arbeitszeit in der OGS angemessen zu nutzen.

5. Ausnahmen

Bestimmte Hausaufgaben können aus organisatorischen Gründen nicht in der OGS durchgeführt werden. Hierzu gehören z.B.:

•  mündliche Hausaufgaben

•  das Üben des 1x1 und Kopfrechenaufgaben

•  Leseübungen

•  Informationen zu einem Thema sammeln

•  Aufgaben im praktischen Bereich (Messen, Wiegen …)

•  auswendig lernen von Texten, Liedern und Gedichte

Im Spätherbst und im Frühjahr bieten die Lehrer/Innen der Ludgerischule Elternsprechzeiten jeweils an zwei Nachmittagen an. Da hierfür alle Klassenräume benötigt werden, kann an diesen Tagen keine Hausaufgabenbetreuung stattfinden. Die Hausaufgaben müssen ausnahmsweise zu Hause angefertigt werden. Mit Rücksicht auf die verbleibende Zeit am Nachmittag für unsere Ganztagskinder wird die Hausaufgabenmenge reduziert.

6. Zusammenarbeit Grundschule – OGS – Eltern

Grundsätze zu den Hausaufgaben werden allgemein auf den Klassenpflegschaftssitzungen besprochen. Individuelle Probleme besprechen die Eltern mit den Lehrern/Innen ihres Kindes.

Die jahrelange gute Zusammenarbeit zwischen den Lehrern/Innen und den OGS-Mitarbeitern/Innen und auch das vorliegende Hausaufgabenkonzept ermöglichen einen reibungslosen Ablauf bei der Hausaufgabenbetreuung. In besonderen Fällen tauschen sich die Beteiligten umgehend aus.

Hausaufgabenbetreuung entbindet die Eltern nicht von der Verpflichtung, für die Erfüllung der schulischen Pflichten zu sorgen. Daher verbleiben die inhaltliche Überprüfung der Hausaufgaben und die Beratung mit dem Lehrer / der Lehrerin bei Lernschwierigkeiten bei den Erziehungs­be­rechtigten.

Damit die Inhalte dieses Hausaufgabenkonzeptes auch wirkungsvoll umgesetzt werden können und Erfolg bringen, ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten zwingend notwendig!

7. Verstärkungssystem

Um den Lernprozess positiv zu beeinflussen, ist es uns wichtig, dass die Kinder mit einem guten Gefühl aus der Hausaufgabenbetreuung gehen. Aus diesem Grund unterstützen wir sie schon seit längerer Zeit mit einem Verstärkungssystem.

Die Kinder des 1. und 2. Jahrgangs bekommen von den OGS-Fachkräften für ruhiges und kon­zen­triertes Arbeiten einen Smiley in ein gesondertes Hausaufgabenheft eingetragen. (Wichtig: Es erfolgt keine Bewertung der schriftlichen Leistungen!). Zehn lachende Smileys kann das Kind gegen eine kleine Belohnung eintauschen.

Die Kinder des 3. und 4. Jahrgangs erhalten nach Absprache einen Smiley und einen Be­wertungsbogen zu ihrem Arbeitsverhalten innerhalb der Hausaufgabenbetreuung. Die Schüler/Innen können zunächst einen Selbsteinschätzungsbogen ausfüllen. Im Anschluss daran findet ein Ge­spräch mit den OGS-Fachkräften über positive / negative Entwicklungen im Arbeitsverhalten statt.

8. Entwicklung und Perspektiven

Seit Eröffnung der OGS im Jahre 2007 arbeiten wir fortwährend gemeinsam an einer Qualitäts­verbesserung. Die Erstellung eines Hausaufgabenkonzeptes stellt hierzu einen wesent­lichen Schritt dar. Dieses Konzept bedarf allerdings einer ständigen Überprüfung: Bewährt es sich in der Praxis? Können sich alle Beteiligten damit identifizieren? …

Wir legen großen Wert auf eine gute, kooperative und respektvolle Zusammenarbeit zwischen Schule - OGS - Eltern - Kindern und hoffen auf einen beständigen vertrauensvollen Austausch.

Kooperationspartner

www.antolin.de

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